Goldene Fassade mit flächenbündigem Sonnenschutz
In Mannheims Stadtteil FRANKLIN verbindet die Grüne Mitte Nahversorgung, Büros und Wohnen mit einer öffentlich zugänglichen Dachlandschaft. Das darüber angeordnete Wohngebäude trägt eine goldfarbene Photovoltaikbekleidung. Aluminium-Faltschiebeläden von EHRET wurden auf die Gestaltung und Konstruktion dieser Gebäudehülle abgestimmt.
Ein begehbarer Hügel als Stadtteilzentrum
Die am 17. September 2026 eröffnete Grüne Mitte entstand nach einem Entwurf des Rotterdamer Architekturbüros MVRDV. Die Ausführungsplanung übernahm schneider+schumacher in Kooperation mit bb22. Bauherrin ist die FRANKLIN Grüne Mitte GmbH, eine gemeinsame Projektgesellschaft der GBG Unternehmensgruppe und des Projektentwicklers 3iPro.
Der begrünte Hügel beherbergt Einzelhandel und weitere Gewerbeflächen sowie Büros; darunter liegt eine Tiefgarage. Die Europa-Achse führt als zentrale Wegeverbindung durch den Gebäudekomplex und teilt ihn in zwei Hälften. Wege auf der begrünten Dachlandschaft erschließen zusätzliche öffentlich zugängliche Freiflächen.
Über dem Hügel liegt ein viergeschossiges Wohngebäude mit 34 Mietwohnungen. Seine langgestreckte Form und die Dachgestaltung nehmen Bezug auf die frühere Kasernenbebauung des Areals. Das Tragwerk besteht aus Stahlbetondecken auf Stahlfachwerken und Stützen; zwei Stahlbetonkerne dienen der Aussteifung. Vorgefertigte Wand- und Dachelemente in Holzbauweise lieferte und montierte HU-Holzunion.

Photovoltaik als Teil der Gebäudehülle
Goldfarbene Elemente der Produktlinie PixaColour von Pixasolar prägen Fassade und Dach des Wohngebäudes. Der Hersteller nennt dafür eine Gesamtfläche von 3.080 Quadratmetern. Die Montage übernahm Konvortec. Die aktiven Photovoltaikmodule dienen zugleich als äußere Bekleidung. Ergänzende Blindpaneele ohne Stromerzeugung führen die Gestaltung auf weiteren Flächen fort. Für die Photovoltaikanlage nennt Implenia eine installierte Leistung von 115 kWp.
Fenster, Loggien und Sonnenschutzelemente mussten in dieses Fassadenkonzept eingebunden werden. Nach Angaben von EHRET erhielten die außenliegenden Aluminiumschalen der Kunststofffenster, die Absturzsicherungen und die Faltschiebeläden eine Beschichtung im Farbton Interpon D2525 Metallic Matt Y2209I. Auch die Beschläge wurden farblich angepasst.

Faltpakete statt seitlicher Verschiebeflächen
Eine zentrale Planungsanforderung war die Position der Läden: Geschlossen sollten sie flächenbündig in der Fassadenansicht liegen. Geöffnet sollten sie keine seitlichen Flächen vor den angrenzenden Solarmodulen beanspruchen.
Ausgeführt wurden geschlossene, glattflächige Aluminium-Faltschiebeläden des Modells PL. Beim Öffnen falten sich ihre Flügel zu schmalen Paketen zusammen, die rechtwinklig aus der Fassadenebene hervortreten. Anders als bei seitlich verschiebbaren Läden sind dafür keine zusätzlichen Verschiebeflächen vor den benachbarten Fassadenmodulen erforderlich.
Eine zunächst erwogene Belegung der Läden mit passivem PV-Glas wurde nach Angaben von EHRET aus technischen Gründen verworfen. Bei der Prüfung standen unter anderem das zusätzliche Gewicht und die Bedienbarkeit im Vordergrund. Die ausgeführten Aluminiumläden erzeugen selbst keinen Strom.

Befestigung und Vormontage auf die Fassade abgestimmt
Die Befestigung wurde gemeinsam mit dem Fensterbauer und dem Schlossergewerk auf die Fassadenkonstruktion abgestimmt. Laut EHRET wurde die obere Laufschiene an die Fensterkonstruktion angebunden, die untere Führungsschiene an die Absturzsicherung.
Insgesamt kamen nach Herstellerangaben 174 Faltschiebeladenanlagen mit 576 Flügeln und einer Gesamtfläche von 934 Quadratmetern zum Einsatz. Die Anlagen sind zwischen 960 und 2.980 Millimeter breit und einheitlich 2.550 Millimeter hoch.
HU-Holzunion integrierte die Anlagen bereits im Werk in die vorgefertigten Wandelemente. EHRET lieferte dafür unter anderem vormontierte Beschläge. Damit wurde ein Teil der Montagearbeiten von der Baustelle in die Fertigung verlagert.

Häufige Fragen zu den Faltschiebeläden der Grünen Mitte
Erzeugen die eingebauten EHRET-Faltschiebeläden Strom?
Nein. Eingebaut wurden Aluminium-Faltschiebeläden des Modells PL ohne Photovoltaikfunktion. Die Stromerzeugung übernehmen separate, in die Gebäudehülle integrierte PV-Module.
Warum wurden Faltschiebeläden gewählt?
Die Läden sollten geschlossen flächenbündig in der Fassadenansicht liegen. Beim Öffnen bilden sie schmale, vorstehende Faltpakete und benötigen keine seitlichen Verschiebeflächen vor den benachbarten Fassadenmodulen.
Wie wurden die Anlagen montiert?
Die obere Laufschiene wurde laut Hersteller an der Fensterkonstruktion befestigt, die untere Führung an der Absturzsicherung. Die Integration in die vorgefertigten Wandelemente erfolgte bereits bei HU-Holzunion im Werk.
Quellen und Recherchegrundlage
- DIRINGER & SCHEIDEL: FRANKLIN Grüne Mitte feierlich eröffnet, 18.09.2026
- schneider+schumacher: Grüne Mitte FRANKLIN
- Bollinger+Grohmann: Franklin Grüne Mitte
- Pixasolar: Projektreferenz Grüne Mitte
- Implenia: Grüne Mitte Franklin-Areal







