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EHRET SolarSlide verbindet Sonnenschutz mit Stromerzeugung an der Fassade

Zwei dunkle Photovoltaik-Schiebeläden seitlich eines Doppelfensters an einer weißen Fassade.

Photovoltaik im beweglichen Schiebeladen

Ein Schiebeladen hält direkte Sonne vom Fenster fern. EHRET nutzt diese exponierte Position zusätzlich für die Stromerzeugung: Bei SolarSlide sind Photovoltaikmodule in die beweglichen Ladenflügel integriert. Das System verbindet außenliegenden Sonnenschutz mit einer zusätzlichen Solarfläche und bietet unterschiedliche Farben, Oberflächen und elektrische Anschlussvarianten für Neubau und Sanierung.

Glasmodule im Aluminiumrahmen

SolarSlide besteht aus Glas-Glas-Photovoltaikmodulen in pulverbeschichteten Aluminiumrahmen. Die Solarzellen liegen zwischen zwei Glasscheiben. Farbige Ausführungen verdecken die Zellstruktur und ermöglichen eine Abstimmung auf die Gebäudehülle. Nach Angaben von EHRET wurde die Technologie der farbigen Photovoltaik-Schiebeläden mit Unterstützung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE entwickelt.

Die Flügel werden auf Schienen vor der Fassade verschoben. Die elektrische Kabelführung berücksichtigt die Bewegung der Läden; im Ausschreibungstext beschreibt EHRET dafür eine verdeckte Energiekette. Die Bedienung erfolgt manuell oder motorisiert. Für motorisierte Ausführungen nennt der Hersteller unter anderem Taster- und Funksteuerungen.

Hohes Photovoltaik-Ausstellungsmuster mit blauem Rahmen und sichtbaren Solarzellen vor einer Holzverkleidung.
Das Ausstellungsmuster zeigt ein SolarSlide-Element mit sichtbarer Solarzellenstruktur und umlaufendem Aluminiumrahmen. Bild: © EHRET

Farben und Oberflächen für unterschiedliche Fassaden

Zur Auswahl stehen acht Standardfarben: Schwarz, Anthrazit, Grau, Hellgrau, Blau, Grün, Terracotta und Gold. Individuelle Farbtöne sind auf Anfrage möglich. Auch die Aluminiumrahmen lassen sich farblich abstimmen. Die Glasoberflächen werden satiniert, glänzend oder strukturiert angeboten. Je nach Aufbau sind blickdichte oder teiltransparente Ausführungen möglich.

Damit wird die Photovoltaik Teil der Sonnenschutzgestaltung. Die Farbauswahl hat zugleich eine technische Seite: Die Beschichtung beeinflusst die elektrische Leistung des Moduls. Für die Auslegung sind deshalb die Daten der gewählten Farbe und Modulgröße maßgeblich.

Als maximale Flügelabmessungen nennt EHRET 1.500 Millimeter Breite und 2.800 Millimeter Höhe.

Nahaufnahme eines blauen Photovoltaikelements neben einer weißen Putzfassade.
Detail eines blauen SolarSlide-Elements: Farbige Glasausführungen ermöglichen die Abstimmung der Photovoltaikmodule auf die Fassadengestaltung. Bild: © EHRET

SolarSlide und SolarSlide Pro unterscheiden sich beim Anschluss

Bei SolarSlide werden die Module an einen bauseitigen Wechselrichter angeschlossen. Diese Variante ermöglicht die Einbindung in ein geplantes Photovoltaiksystem, gegebenenfalls einschließlich eines entsprechend ausgelegten Stromspeichers.

SolarSlide Pro besitzt dagegen einen integrierten Mikrowechselrichter im jeweiligen Flügel. Er wandelt den erzeugten Gleichstrom unmittelbar am Modul in Wechselstrom um. EHRET sieht für diese Ausführung eine 230-Volt-Anbindung vor.

Welche Variante passt, hängt vom Anlagenkonzept und der elektrischen Einbindung ab. Die technische Dokumentation nennt für SolarSlide Pro eine Anschlussdose unter der Blende. Die Montage erfolgt durch Fachbetriebe. Laut EHRET muss der elektrische Anschluss an die Gebäudeinstallation durch eine qualifizierte Elektrofachkraft erfolgen.

Sonnenschutz und Solarertrag gemeinsam planen

Für die Fassadenplanung gehören die Verschiebeflächen der Läden, die Kabelführung und die Befestigung zusammen. EHRET nennt ein Flügelgewicht von rund 22,6 Kilogramm pro Quadratmeter ohne Wechselrichter und dessen Halteblech. Das Gewicht ist bei der statischen Auslegung zu berücksichtigen.

Der spätere Stromertrag hängt von Standort, Ausrichtung und Verschattung ab. Bei beweglichen Modulen kommt die jeweilige Position vor Fenster und Fassade hinzu. Eine Ertragsprognose sollte deshalb die vorgesehenen Betriebspositionen berücksichtigen. Die Nennleistung eines Moduls allein beschreibt noch keinen Jahresertrag.

Photovoltaik an der Fassade kann eine Dachanlage ergänzen. Unterschiedliche Ausrichtungen verändern dabei auch die Zeiten, zu denen Strom erzeugt wird. Ob die zusätzliche Fläche wirtschaftlich sinnvoll ist, lässt sich anhand des konkreten Gebäudes und seiner Nutzung beurteilen.

Anwendungsbeispiel an einem Holzwohngebäude

Als Anwendungsbeispiel stellt EHRET ein von Valley Architekten geplantes Holz-Mehrfamilienhaus in Schlatt, einem Ortsteil der Schweizer Gemeinde Widnau, vor. Seine Fertigstellung ist nach Auskunft der betreuenden Presseagentur für 2027 vorgesehen. Geplant sind laut Hersteller 21 SolarSlide-Elemente an der Südfassade als Ergänzung zur Photovoltaik auf dem Dach.

Eine weitere Fassadenlösung mit EHRET zeigt unser Objektbericht zur Grünen Mitte in Mannheim. Dort wurden Aluminium-Faltschiebeläden des Modells PL mit separaten Photovoltaikmodulen der Gebäudehülle kombiniert.

Architekturvisualisierung eines mehrgeschossigen Wohngebäudes mit Satteldach und Schiebeläden in Schlatt.
Rendering und Plan© Valley Architekten
lanzeichnung der Südansicht eines Wohngebäudes mit zwei Baukörpern und Schiebeläden vor den Fenstern.
Visualisierung des von Valley Architekten geplanten Wohngebäudes in Schlatt. Die Fertigstellung ist nach Auskunft von EHRET für 2027 vorgesehen. Rendering und Plan© Valley Architekten

Autor: Matthias F. Bruchmann / Verlag Bruchmann

Häufige Fragen zu EHRET SolarSlide

Was unterscheidet SolarSlide von einem herkömmlichen Schiebeladen?

Die Ladenflügel enthalten Photovoltaikmodule. Sie dienen damit dem Sonnenschutz und erzeugen bei ausreichender Einstrahlung gleichzeitig Strom.

Was ist der Unterschied zwischen SolarSlide und SolarSlide Pro?

SolarSlide wird an einen bauseitigen Wechselrichter angeschlossen. SolarSlide Pro besitzt einen integrierten Mikrowechselrichter je Flügel und ist für eine 230-Volt-Anbindung vorgesehen.

Lässt sich für jeden Laden ein fester Jahresertrag angeben?

Nein. Neben Modulgröße und Farbe beeinflussen Standort, Ausrichtung, Verschattung und Betriebsposition den Ertrag. Eine belastbare Jahresertragsprognose muss die Bedingungen des jeweiligen Projekts berücksichtigen.

Ist SolarSlide auch für bestehende Gebäude vorgesehen?

EHRET bietet das System für Neubau und Sanierung an. Bei Bestandsgebäuden sind unter anderem Befestigung, Platz zum Verschieben der Flügel und elektrische Anbindung zu planen.

Quellen und Recherchegrundlage

Internetquellen abgerufen am 03.11.2026.

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Unternehmen EHRET GmbH
Website ehret.com
Fachbereich Architekten & Planer
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