Umwelt- und Energiemanagement bei Edgetech Europe
Strengere Umweltvorgaben, steigende Energiekosten und die Nachfrage nach nachhaltig geplanten Gebäuden verändern die Anforderungen in der Baubranche. Edgetech Europe, Hersteller des flexiblen Abstandhaltersystems Super Spacer®, bündelt Maßnahmen in den Bereichen Umweltmanagement, Energiemanagement, Produkttransparenz und Lieferkette. Geschäftsführer Johann Artamonov und Benjamin Karabulut, European Technical Manager bei Edgetech Europe, erläutern den Ansatz des Unternehmens.




Bürokomplex Kalifornia in Malakoff bei Paris mit planen und gebogenen Verglasungen. Bilder: © Nicolas Thouvenin
ESG-Anforderungen im Bauwesen
Nachhaltigkeitskriterien gewinnen im Finanz- und Immobiliensektor an Bedeutung. Anforderungen aus der EU-Taxonomie, der Offenlegungsverordnung sowie aus Zertifizierungssystemen für nachhaltige Gebäude beeinflussen zunehmend die Planung, Materialauswahl und Dokumentation von Bauprojekten.
Für Hersteller von Bauprodukten bedeutet dies unter anderem, Umweltinformationen bereitzustellen und die Auswirkungen von Produkten und Prozessen transparenter zu machen. Dabei spielen sowohl die Eigenschaften einzelner Komponenten als auch die Wechselwirkungen im Gesamtsystem eines Gebäudes eine Rolle.
Umwelt- und Energiemanagement
Edgetech Europe ist nach ISO 14001 für sein Umweltmanagementsystem und nach ISO 50001 für sein Energiemanagementsystem zertifiziert. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen über eine Zertifizierung nach ISO 9001 für Qualitätsmanagement.
Nach Unternehmensangaben erfasst und bilanziert Edgetech Europe Treibhausgasemissionen nach dem Greenhouse Gas Protocol. Dies umfasst direkte Emissionen aus eigenen Quellen sowie indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie und – soweit Daten verfügbar sind – weitere Emissionen entlang der Wertschöpfungskette.
Für ausgewählte Produkte stellt Edgetech Europe Umweltproduktdeklarationen, sogenannte Environmental Product Declarations (EPDs), bereit. Diese standardisierten Dokumente enthalten Angaben zu Umweltwirkungen über definierte Lebenszyklusphasen und können Planungs- und Zertifizierungsprozesse unterstützen.
„Wir verstehen Nachhaltigkeit nicht als isolierte Maßnahme, sondern als Aufgabe, die verschiedene Unternehmensbereiche betrifft – von der Produktentwicklung über die Fertigung bis zur Lieferkette“, erklärt Benjamin Karabulut.
Edgetech Europe nimmt außerdem an der Nachhaltigkeitsbewertung durch EcoVadis teil. Die Plattform bewertet Unternehmen unter anderem in den Bereichen Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik sowie nachhaltige Beschaffung.



Bilder: Martin Lenz, Managing Director von Edgetech Europe. Bild: © Edgetech Europe
Warme Kante im System
Super Spacer® wird als Warme-Kante-Abstandhalter im Randverbund von Isolierverglasungen eingesetzt. Der flexible Abstandhalter trennt die Glasscheiben im Randbereich thermisch und kann dazu beitragen, Wärmeverluste gegenüber Randverbunden mit höherer Wärmeleitfähigkeit zu verringern.
Die tatsächliche thermische Wirkung hängt jedoch immer vom jeweiligen Glas-Rahmen-Randverbund-System ab. Entscheidend ist der Psi-Wert des gesamten Anschlussbereichs; er wird unter anderem durch Rahmenmaterial, Verglasungsaufbau, Abstandhalter und Einbausituation beeinflusst.
Neben thermischen Kriterien spielen bei der Bewertung von Isolierglas auch Faktoren wie Dauerhaftigkeit, Dichtheit, Verarbeitung und die Anforderungen des jeweiligen Bauvorhabens eine Rolle.

Bild: Für das Projekt kamen Gläser von Saint-Gobain zum Einsatz, für die der Hersteller reduzierte CO₂-Emissionen ausweist
Projekt Kalifornia Malakoff
Ein Anwendungsbeispiel ist der Bürokomplex „Kalifornia“ in Malakoff südlich von Paris. Zwei Gebäude werden dort über eine rund 4.500 Quadratmeter große begrünte Verbindungsfläche miteinander verknüpft. Die Fassadenplanung umfasst sowohl plane als auch gebogene Verglasungen.
Für das Projekt kamen CO₂-reduzierte Gläser von Saint-Gobain zum Einsatz. Die planen Gläser wurden in Frankreich gefertigt. Die gebogenen Isolierglaselemente mit Super Spacer® als Abstandhalter lieferte DOERING GLASS aus Berlin.
DOERING GLASS nennt für die gebogenen Gläser des Projekts Treibhausgasemissionen von durchschnittlich 23,50 kg CO₂e pro Quadratmeter für das Basisglas. Für das Endprodukt weist das Unternehmen 78,50 kg CO₂e pro Quadratmeter aus; die Angabe bezieht sich nach Unternehmensinformation auf die berücksichtigten Produktions- und Energiedaten.
Nach Angaben von DOERING GLASS wurden verbleibende 11 Tonnen CO₂e über ein Klimawaldprojekt kompensiert. Eine Kompensation ersetzt jedoch nicht die Reduktion von Emissionen in Herstellung, Energieversorgung und Lieferkette, sondern bezieht sich auf die vom Unternehmen angegebene verbleibende Menge.
Transparenz als Planungsgrundlage
Für Planer, Fassadenbauer und Bauherren werden belastbare Produkt- und Umweltdaten wichtiger. EPDs, Angaben zu Energie- und Umweltmanagement sowie projektspezifische Nachweise können dabei helfen, Materialien und Komponenten im Kontext der jeweiligen Gebäudeplanung zu bewerten.
„Nachhaltigkeit und Energieeffizienz werden die Entwicklung im Bauwesen weiter prägen. Unser Anspruch ist es, Kunden mit transparenten Informationen und weiterentwickelten Lösungen für den Randverbund von Isolierglas zu unterstützen“, sagt Johann Artamonov.







