Trockenperioden, Starkregen und eine intensive Nutzung belasten Sportplätze, Golfanlagen und kommunale Grünflächen.
Neben der sichtbaren Pflege des Pflanzenbestands gewinnt deshalb die Bodenstruktur an Bedeutung. Wiedenmann bietet mit den Baureihen Terra Core und Terra Spike Maschinen zur oberflächennahen Aerifizierung und zur Bearbeitung tiefer liegender Verdichtungen an. Neu im Programm ist der selbstfahrende Aerifizierer Terra Core M6 mit einer Arbeitstiefe von bis zu 15 Zentimetern.
Bodenverdichtung beeinträchtigt Wasseraufnahme und Wurzelwachstum
Verdichtete Böden besitzen weniger Poren, über die Wasser und Luft in den Wurzelraum gelangen können. Dadurch können die Wasseraufnahme, der Gasaustausch und die Entwicklung der Pflanzenwurzeln beeinträchtigt werden. Besonders auf stark genutzten Flächen entstehen Verdichtungen durch Fahrzeuge, Pflegemaschinen sowie wiederkehrende Tritt- und Spielbelastungen.
Die Folgen werden häufig während längerer Trockenperioden sichtbar: Pflanzen mit schwach entwickeltem Wurzelsystem können Wasser aus tieferen Bodenschichten schlechter erschließen. Gleichzeitig kann bei hohen Niederschlagsmengen mehr Wasser an der Oberfläche stehen oder abfließen, wenn es nicht schnell genug in den Boden eindringt.
Eine funktionsfähige Bodenstruktur ist daher eine wesentliche Voraussetzung für belastbare Rasen- und Grünflächen. Sie allein macht eine Fläche allerdings noch nicht klimafest. Pflanzenart, Bodenaufbau, Nährstoffversorgung, Bewässerung, Nutzungsintensität und Pflegekonzept wirken zusammen.
Aerifizierung kann die Durchlässigkeit des Bodens verbessern
Bei der Aerifizierung werden mit Voll- oder Hohlzinken Öffnungen in der Rasentragschicht erzeugt. Die mechanische Bearbeitung soll Verdichtungen reduzieren und den Austausch von Wasser und Luft im Wurzelraum unterstützen. Welche Wirkung erreicht wird, hängt unter anderem vom Bodenaufbau, vom Verdichtungsgrad, von der Bodenfeuchte sowie von Arbeitstiefe und verwendetem Werkzeug ab.
Für die regelmäßige Bearbeitung der oberen Bodenschichten bietet Wiedenmann die Modelle Terra Core 6 und Terra Core 8 an. Sie sind für Arbeitstiefen von bis zu zehn Zentimetern ausgelegt und werden unter anderem auf Golfgreens, Abschlägen und sandaufgebauten Sportplätzen eingesetzt.
Terra Core M6 erreicht bis zu 15 Zentimeter Arbeitstiefe
Mit der Terra Core M6 hat Wiedenmann 2026 einen selbstfahrenden Aerifizierer für Golfgreens, Abschläge und hochwertige Feinrasenflächen vorgestellt. Die Maschine besitzt eine Arbeitsbreite von 132 Zentimetern und erreicht nach Herstellerangaben eine Arbeitstiefe von bis zu 15 Zentimetern.
Eine integrierte Sensorwalze passt die Arbeitstiefe an Bodenunebenheiten an. Dadurch soll die eingestellte Tiefe über die gesamte Arbeitsbreite möglichst gleichmäßig eingehalten werden. Die zentrale Tiefeneinstellung ermöglicht eine Anpassung an den jeweiligen Boden und das verwendete Werkzeug.
Ein Zweiradantrieb soll auch auf geneigten Flächen ein gleichmäßiges Lochbild unterstützen. Durch ihre selbstfahrende Bauweise kann die Terra Core M6 ohne zusätzliches Trägerfahrzeug eingesetzt werden.

Terra Spike bearbeitet tiefer liegende Verdichtungen
Während die Terra-Core-Maschinen für die oberflächennahe Aerifizierung vorgesehen sind, reicht die Terra-Spike-Baureihe in tiefer liegende Bodenschichten. Die Modelle Terra Spike XP 6 und XP 8 erreichen mit Vollzinken nach Angaben von Wiedenmann Arbeitstiefen von bis zu 40 Zentimetern. Mit Hohlzinken sind je nach Ausführung geringere Arbeitstiefen möglich.
Die Tiefenlockerung kommt infrage, wenn Verdichtungen unterhalb der regelmäßig bearbeiteten Rasentragschicht liegen. Ziel ist es, die Durchlässigkeit des Bodens zu verbessern und dem Wurzelwachstum zusätzlichen Raum zu geben. Vor dem Einsatz sollte allerdings ermittelt werden, in welcher Tiefe sich die verdichtete Schicht befindet. Eine pauschale Bearbeitung bis zur maximal möglichen Tiefe ist nicht auf jeder Fläche erforderlich.

Bodenbelüftung kann den Wasserabfluss beeinflussen
Eine verbesserte Bodenstruktur kann dazu beitragen, dass Niederschlagswasser schneller in den Boden eindringt und weniger Wasser oberflächlich abfließt. Wie groß dieser Effekt bei Starkregen ausfällt, hängt jedoch stark von den örtlichen Bedingungen ab. Relevant sind unter anderem Bodenart, Ausgangsverdichtung, Bodenfeuchte, Hangneigung sowie Intensität und Dauer des Niederschlags.
Eine 2025 veröffentlichte Auswertung der britischen Umweltverwaltung kommt zu dem Ergebnis, dass Bodenbelüftung, Tiefenlockerung und andere Maßnahmen gegen Bodenverdichtung den Wasserabfluss beeinflussen können. Die Belastbarkeit der Erkenntnisse zur Verringerung des Hochwasserrisikos wird allerdings nur als mittel bewertet. Aerifizierung kann daher ein Baustein der Starkregenvorsorge sein, ersetzt aber keine Entwässerungsplanung oder andere Maßnahmen des Regenwassermanagements.
Quelle: UK Department for Environment, Food & Rural Affairs, „Run-off management“, 12. Februar 2025
Bodenstruktur ergänzt Bewässerung und Nährstoffversorgung
Mechanische Bodenpflege ersetzt weder eine bedarfsgerechte Bewässerung noch die Nährstoffversorgung. Die Maßnahmen erfüllen unterschiedliche Aufgaben: Während Aerifizierung und Tiefenlockerung hauptsächlich die physikalischen Eigenschaften des Bodens beeinflussen, richtet sich die Düngung nach dem Nährstoffbedarf des Pflanzenbestands.
Eine durchlässige und durchwurzelbare Bodenstruktur kann allerdings dazu beitragen, dass Wasser und Nährstoffe den Wurzelraum besser erreichen. Welche Maßnahmen erforderlich sind, sollte anhand des Bodenzustands, der Nutzung und des angestrebten Pflegeziels entschieden werden.
Biodiversität erfordert ein abgestimmtes Pflegekonzept
Auch für artenreichere Grünflächen ist eine funktionsfähige Bodenstruktur von Bedeutung. Bodenbelüftung allein führt jedoch nicht automatisch zu mehr Biodiversität. Entscheidend sind zusätzlich die verwendete Saatgutmischung, das Nährstoffniveau, die Schnitthäufigkeit, der Schnittzeitpunkt und die Nutzungsintensität.
Auf intensiv beanspruchten Sportflächen steht häufig die Belastbarkeit des Rasenbestands im Vordergrund. Bei extensiver gepflegten kommunalen Grünflächen können andere Saatmischungen und angepasste Mähkonzepte die Entwicklung eines vielfältigeren Pflanzenbestands unterstützen.
Bodenbelüftung und Tiefenlockerung sind damit Bestandteile eines umfassenderen Pflegekonzepts. Ob dadurch langfristig Bewässerungs- oder Regenerationsmaßnahmen reduziert werden können, hängt von Standort, Nutzung und Ausgangszustand der Fläche ab.
Die technischen Angaben und Leistungswerte beruhen auf Informationen des Herstellers.
FAQ
Warum sind Bodenverdichtungen für Rasenflächen problematisch?
Verdichtungen verringern den Porenraum im Boden. Dadurch können Wasseraufnahme, Luftaustausch und Wurzelwachstum beeinträchtigt werden. Besonders häufig treten Verdichtungen auf intensiv genutzten Sport-, Golf- und kommunalen Grünflächen auf.
Was bedeutet Aerifizierung?
Bei der Aerifizierung werden mit Voll- oder Hohlzinken Öffnungen in der Rasentragschicht erzeugt. Die mechanische Bearbeitung soll verdichtete Bodenschichten öffnen und den Wasser- und Gasaustausch im Wurzelraum unterstützen.
Wie tief arbeitet die Terra Core M6?
Die selbstfahrende Terra Core M6 erreicht nach Angaben von Wiedenmann eine Arbeitstiefe von bis zu 15 Zentimetern. Ihre Arbeitsbreite beträgt 132 Zentimeter. Sie ist insbesondere für Golfgreens, Abschläge und hochwertige Feinrasenflächen vorgesehen.
Worin unterscheiden sich Terra Core und Terra Spike?
Terra Core 6 und 8 bearbeiten die oberen Bodenschichten bis zu einer Tiefe von zehn Zentimetern. Die Terra Core M6 erreicht bis zu 15 Zentimeter. Die Modelle Terra Spike XP 6 und XP 8 können mit Vollzinken tiefer liegende Verdichtungen bis zu 40 Zentimeter bearbeiten.
Kann Bodenbelüftung vor Starkregen schützen?
Bodenbelüftung kann unter geeigneten Bedingungen die Wasseraufnahme verbessern und den oberflächlichen Abfluss beeinflussen. Die Wirkung hängt jedoch von Bodenart, Verdichtung, Bodenfeuchte, Gelände und Niederschlagsintensität ab. Sie ersetzt keine Entwässerungsplanung und bietet keinen vollständigen Schutz vor Starkregenfolgen.
Ersetzt Aerifizierung die Bewässerung oder Düngung?
Nein. Aerifizierung beeinflusst vor allem die Bodenstruktur. Bewässerung stellt Wasser bereit, während Düngung der Nährstoffversorgung dient. Die Maßnahmen können sich ergänzen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Führt Bodenbelüftung automatisch zu mehr Biodiversität?
Nein. Eine funktionsfähige Bodenstruktur kann die Pflanzenentwicklung unterstützen. Für eine größere Artenvielfalt sind zusätzlich geeignete Saatmischungen, ein angepasstes Nährstoffniveau und ein entsprechendes Mäh- und Nutzungskonzept erforderlich.







