NeosoL-Plattform verbindet Solarmodul, Antrieb und Akku
Solarbetriebene Rollläden lassen sich ohne Anschluss an das Stromnetz nachrüsten. Das erspart zusätzliche Leitungswege und die dafür erforderlichen Elektroarbeiten. Damit der Sonnenschutz auch bei zeitweise schwachem Lichteinfall zuverlässig funktioniert, müssen Solarmodul, Antrieb und Akku aufeinander abgestimmt sein. DuoTherm setzt dafür bei seinen Solarrollläden auf die von Stella Advanced Technology entwickelte NeosoL-Plattform.
Solarrollläden erleichtern die Nachrüstung im Bestand
Nach Angaben der Europäischen Kommission wurden rund 85 Prozent der Gebäude in der Europäischen Union vor 2000 errichtet. Etwa 75 Prozent weisen eine geringe Energieeffizienz auf, während die jährliche Renovierungsrate bei lediglich rund einem Prozent liegt. Solarbetriebene Sonnenschutzsysteme können eine umfassende energetische Sanierung zwar nicht ersetzen, sie erleichtern jedoch die Nachrüstung eines automatisierten außenliegenden Sonnenschutzes.
Da die Rollläden keinen Netzanschluss benötigen, müssen weder Stromleitungen durch die Außenwand geführt noch vorhandene Dämmungen dafür geöffnet werden. Auch Elektroarbeiten für den Netzanschluss entfallen. Das verkürzt den Montageaufwand und kann insbesondere bei Bestandsgebäuden von Vorteil sein.

DuoTherm bietet sowohl Vorbaukästen als auch die PVC-Aufsatzkastensysteme VEKAVARIANT 2.0, Expert XT und Elite XT in einer Solarvariante an. Abhängig von der jeweiligen Ausführung stehen Behänge aus Aluminium, PVC oder Tuch sowie ein optionaler Insektenschutz zur Verfügung.

„Die Vorteile eines Solarrollladens entfalten sich nur, wenn die Energieversorgung des Antriebs zuverlässig funktioniert. Eine besondere Herausforderung ist die vergleichsweise kleine Fläche, die für die Gewinnung der Solarenergie und damit zum Laden des Akkus zur Verfügung steht“, erklärt Johannes von Wenserski, Leiter Vertrieb und Marketing der DuoTherm Rolladen GmbH.
Mikrostrukturierte Glasoberfläche soll Reflexionen reduzieren
Die Lichtverhältnisse an einer Fassade hängen unter anderem von ihrer Ausrichtung, dem jahreszeitlichen Sonnenstand sowie von Dachüberständen, Balkonen, Bäumen und Nachbargebäuden ab. Trifft das Sonnenlicht in einem flachen Winkel auf das Solarmodul, steigen die Reflexionsverluste. Bei Bewölkung oder Nebel steht zudem überwiegend diffuse Solarstrahlung zur Verfügung.
Das Solarmodul der DuoTherm-Solarrollläden besitzt deshalb eine mikrostrukturierte Glasoberfläche. Sie soll den sogenannten Light-Trapping-Effekt nutzen: Einfallendes Licht wird innerhalb der Oberflächenstruktur mehrfach umgelenkt. Dadurch soll ein größerer Anteil der verfügbaren Strahlung zu den Solarzellen gelangen, anstatt an der Oberfläche reflektiert zu werden.

DuoTherm verwendet nach eigenen Angaben eine mattierte Glasoberfläche anstelle von Kunststoff- oder Kunstharzabdeckungen. Das Solarpanel ist kompakt in den Rollladenkasten integriert.

S300-Antrieb soll den Energiebedarf reduzieren
Ein weiteres Element der NeosoL-Plattform ist der Solarmotor S300. In seinem Getriebe kommen schrägverzahnte Zahnräder zum Einsatz. Durch den gleichzeitigen Eingriff mehrerer Zähne werden die auftretenden Kräfte verteilt. Nach Angaben des Herstellers trägt die Konstruktion zu einem effizienten und verschleißarmen Betrieb bei.
Zum System gehören außerdem ein austauschbarer Akku und eine optional erhältliche Ladebuchse. Über den BOOSTER+ Charger kann der Akku bei Bedarf extern geladen werden. Eine zusätzliche Notstromversorgung soll den Betrieb während eines Batteriewechsels unterstützen.
Der Motor wird in einer Rundwelle mit 56 Millimetern Durchmesser eingesetzt. Im Vergleich zu einer verbreiteten 60-Millimeter-Achtkantwelle ermöglicht dies laut DuoTherm bei gleicher Wickelhöhe einen kleineren Vorbaukasten. Dadurch können die sichtbare Kastenhöhe reduziert und der Lichteinfall am Fenster vergrößert werden.
Hersteller nennt bis zu 90 Tage Energiereserve
Nach den von DuoTherm vorgelegten Angaben erreicht das System bei vollständig geladenem Akku eine Betriebsreserve von bis zu 90 Tagen ohne Sonnenschein. Grundlage dieser Angabe ist ein Nutzungsszenario mit zwei vollständigen Auf-und-Ab-Zyklen pro Tag. Die im Einzelfall erreichbare Betriebsdauer kann unter anderem von Rollladengröße, Gewicht, Nutzungshäufigkeit, Temperatur, Verschattung und Ladezustand abhängen.
Der S300-Motor wurde nach Herstellerangaben über 36.000 Fahrzyklen getestet. Bei zwei vollständigen Zyklen täglich entspricht das rechnerisch einer Nutzungsdauer von rund 49 Jahren. Dieser Rechenwert ist jedoch nicht mit einer garantierten Lebensdauer des gesamten Rollladensystems gleichzusetzen.
„Solarbetriebene Sonnenschutzsysteme bieten im Gebäudebestand großes Potenzial. Entscheidend ist, dass sie nicht nur den Installationsaufwand reduzieren, sondern auch im täglichen Betrieb zuverlässig funktionieren“, sagt David Faust, Geschäftsführer der DuoTherm Rolladen GmbH.
Über die DuoTherm Rolladen GmbH
DuoTherm fertigt PVC-Rollladen-Aufsatzsysteme, Rollladenvorbauelemente, Zip-Screen-Anlagen sowie Behänge aus Aluminium und PVC. Das 1998 gegründete Unternehmen gehört seit 2020 zur französischen StellaGroup und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Nettersheim-Zingsheim und Ahaus.
FAQ: Solarrollläden von DuoTherm
Benötigen die Solarrollläden einen Stromanschluss?
Nein. Das Solarmodul lädt einen Akku, der den Rollladenmotor mit Energie versorgt. Dadurch sind keine Elektroarbeiten für einen Anschluss an das Stromnetz erforderlich.
Funktioniert ein Solarrollladen auch bei Bewölkung oder Nebel?
Das Solarmodul kann auch diffuse Solarstrahlung nutzen. Wie viel Energie tatsächlich zur Verfügung steht, hängt jedoch von der Fassadenausrichtung, der Verschattung, dem Wetter und der jeweiligen Einbausituation ab.
Ist der Betrieb an einer Nordfassade garantiert?
Eine allgemeine Garantie lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht ableiten. Vor dem Einbau sollte geprüft werden, ob das Solarmodul am vorgesehenen Standort ausreichend Tageslicht erhält.
Wie lange funktioniert der Rollladen ohne Sonnenschein?
DuoTherm nennt eine Betriebsreserve von bis zu 90 Tagen bei zwei vollständigen Auf-und-Ab-Zyklen täglich. Dabei handelt es sich um eine Herstellerangabe; die tatsächliche Dauer kann abhängig von Einbausituation, Temperatur, Nutzung und Ladezustand abweichen.
Was geschieht, wenn der Akku nicht ausreichend geladen ist?
Der Akku kann über eine optionale Ladebuchse und den BOOSTER+ Charger extern geladen werden. Außerdem ist er austauschbar.







