Swecon zeigt in Bochum Baumaschinen für kommunale Aufgaben und den Straßenbau

Reihe von Volvo-Radladern und weiteren Baumaschinen auf dem Swecon-Gelände in Bochum.

Bruchmann Insight Autor: Matthias F. Bruchmann

Baumaschinen für Kommunen zwischen Bauhofalltag und Straßenbau

Bei Swecon in Bochum geht der Blick vom Straßenbau zum kommunalen Alltag

Welche Baumaschine passt zu einem kommunalen Bauhof? Bei meinem Besuch der Road-Machinery-Roadshow am 22. Oktober 2026 bei Swecon in Bochum habe ich diese Frage mitgenommen. Gemeinsam mit Sven Anacker vom Magazin Kommunalwirtschaft war ich auf dem Gelände und in der Werkstatt unterwegs. Zwischen kompakten Maschinen, Anbaugeräten und spezialisierter Straßenbautechnik zeigten sich unterschiedliche Einsatzfelder – und gute Gründe, bei der Auswahl auch den Service mitzudenken.

Werkstatt und Service gehören zur Maschinenentscheidung

Die Standort- und Werkstattführung lenkte den Blick zunächst dorthin, wo Maschinen gewartet und repariert werden. In der Halle standen Radlader und Bagger an den Arbeitsplätzen; demontierte Komponenten machten sichtbar, dass zum Maschinenbetrieb auch Eingriffe gehören, die über die tägliche Pflege hinausgehen.

Für kommunale Verantwortliche ist das ein sinnvoller Ausgangspunkt. Bei einer Beschaffung sollten neben den Leistungsdaten auch Wartungsplanung, Ersatzteilversorgung und die Organisation im Störungsfall auf den Tisch. Wer übernimmt welche Arbeiten? Wie kommt eine ausgefallene Maschine zur Werkstatt? Welche Ersatzlösung steht zur Verfügung?

Der Bochumer Standort verfügt über acht Werkstattarbeitsplätze. Entscheidend für einen Bauhof bleibt, wie die angebotenen Leistungen zum eigenen Betrieb passen. Aus einer Werkstattbesichtigung allein lassen sich weder Reparaturzeiten noch die spätere Verfügbarkeit einer Maschine ableiten.

Werkstatthalle bei Swecon in Bochum mit Radladern, Bauteilen und Arbeitsplätzen.
Einblick in die Swecon-Werkstatt in Bochum. Wartung und Reparatur gehören zur Betrachtung des gesamten Maschinenbetriebs. Foto: Verlag Bruchmann

Der kommunale Nutzen beginnt bei den Aufgaben

Auf dem Außengelände standen Maschinen unterschiedlicher Größen und Bauarten. Für den kommunalen Blick lohnt es sich, diese Auswahl von den eigenen Aufgaben her zu betrachten: Material auf dem Betriebshof bewegen, Paletten transportieren, bei der Wegeunterhaltung helfen oder Erdarbeiten im öffentlichen Grün erledigen.

Daraus ergibt sich kein einheitliches Anforderungsprofil. Für Arbeiten zwischen Bäumen oder auf begrenzten Flächen können Abmessungen und Bewegungsraum ausschlaggebend sein. Beim Materialumschlag zählen dagegen auch Hubvermögen, Sicht und die Eignung für das jeweilige Ladegut. Die passende Maschine muss sich aus diesen Aufgaben ergeben.

Die Verbindung zur GaLaBau 2026 liegt genau hier. Swecon und Robert Aebi hatten dort unter anderem den Kompaktradlader Volvo L35, den Kompaktbagger ECR90, den kompakten Mobilbagger EW65 und den L25 Electric vorgestellt. Das sind Ansatzpunkte für unterschiedliche Einsatzprofile. Welche Konfiguration zu einem kommunalen Betrieb passt, muss am konkreten Bedarf geprüft werden.

Orangefarbener RAUCH-Streuer an einer ausgestellten Maschine auf dem Swecon-Gelände.
Ausgestellte Maschine mit angebautem RAUCH-Streuer: ein konkreter Bezug zu kommunalen Winterdienstaufgaben. Foto: Verlag Bruchmann

Anbaugeräte schaffen den Bezug zum Bauhofalltag

Besonders anschaulich wurde der kommunale Bezug an einer ausgestellten Maschine mit angebautem RAUCH-Streuer. Das Motiv führt unmittelbar zu einer Aufgabe, die im Herbst wieder näher rückt: dem Winterdienst.

Für einen Bauhof stellt sich damit die Frage, welche Arbeiten eine Trägermaschine über das Jahr übernehmen soll. Schaufel, Palettengabel oder Streuer verlangen jeweils eine passende technische Auslegung. Aufnahme, Hydraulik, zulässige Lasten und Bedienung müssen zur vorgesehenen Kombination passen.

Zusätzliche Anbaugeräte sind deshalb noch kein Beleg für eine wirtschaftliche Mehrfachnutzung. In die Bewertung gehören auch Wechselaufwand, Einweisung und die Frage, ob mehrere Aufgaben zur gleichen Zeit anfallen. Eine Maschine kann unterschiedliche Werkzeuge tragen, steht aber weiterhin nur an einem Einsatzort zur Verfügung.

Elektrische Maschinen brauchen einen konkreten Einsatzplan

Der GaLaBau-Auftritt liefert auch den Anschluss an die Elektrifizierung. Beim Volvo L25 Electric stehen serienmäßig 40 kWh Batteriekapazität und optional 56 kWh zur Verfügung. Die mögliche Einsatzdauer hängt von der Anwendung ab; eine Angabe von bis zu einem Arbeitstag ist keine Zusage für jedes Lastprofil.

Für kommunale Betriebe sollte die Prüfung deshalb mit einem typischen Arbeitstag beginnen: Welche Arbeiten laufen wie lange? Wo steht die Maschine in den Pausen und nach Dienstschluss? Welche Ladeleistung ist dort tatsächlich verfügbar? Und welche Reserve wird für ungeplante Einsätze benötigt?

Auch Ladezeiten müssen zur jeweiligen Batterie, Ladeausstattung und zum betrachteten Ladefenster passen. Für eine Beschaffung ist ein nachvollziehbares Einsatz- und Ladekonzept hilfreicher als eine einzelne Laufzeitangabe.

Straßenbau bleibt ein eigenes Einsatzfeld

Die Road-Machinery-Ausstellung setzte mit Ammann- und ABG-Technik einen deutlichen Schwerpunkt auf den Straßenbau. Zu sehen waren unter anderem ein Asphaltfertiger, Walzen und eine Anbauverdichterplatte. Diese Maschinen erfüllen unterschiedliche Aufgaben beim Einbau und bei der Verdichtung.

Für Kommunen sind dabei zwei Perspektiven auseinanderzuhalten. Die eine betrifft eigene Unterhaltungs- und Reparaturarbeiten des Bauhofs. Die andere betrifft größere Bau- und Erneuerungsmaßnahmen, bei denen die Kommune als Auftraggeberin auftritt und die ausführenden Unternehmen die erforderliche Technik einsetzen.

Bilder: Ammann-Anbauverdichterplatte vor einem ausgestellten Asphaltfertiger. Die Geräte stehen für unterschiedliche Arbeitsschritte im Straßen- und Tiefbau und Ammann-Tandemwalze auf dem Swecon-Gelände in Bochum. Die Verdichtung bildet einen eigenen Arbeitsschritt beim Bau und bei der Erneuerung von Verkehrsflächen.

Ein Asphaltfertiger kann daher für eine kommunale Straßenbaumaßnahme relevant sein, ohne zur sinnvollen Ausstattung des eigenen Bauhofs zu gehören. Umgekehrt können kleinere Verdichtungsgeräte bei eigenen Arbeiten eine Rolle spielen. Maßgeblich sind Arbeitsumfang, Personal, Fachkenntnisse, Auslastung und die Organisation des Bauablaufs.

Die Ausstellung bot damit auch Anlass, die Grenze zwischen Eigenleistung und Fremdvergabe zu betrachten. Die Maschinenfrage beginnt für Kommunen bereits bei der Entscheidung, welche Leistungen sie selbst erbringen wollen und können.

Schwarzer ABG-Asphaltfertiger mit der Aufschrift „80 Years“ auf dem Swecon-Gelände.
ABG-Asphaltfertiger auf der Road-Machinery-Roadshow in Bochum. Für Kommunen ist zwischen der eigenen Maschinenausstattung und der Technik beauftragter Straßenbauunternehmen zu unterscheiden. Foto: Verlag Bruchmann

Currywurst und ein persönlicher Eindruck aus Bochum

Bei aller Technik gehört zu diesem Besuch auch ein anderer Eindruck: Das Swecon-Team hat uns in Bochum ausgesprochen charmant betreut. Die Currywurst auf dem Foto bekommt deshalb ihren Platz in diesem Insight – als kleine Erinnerung an die Gastfreundschaft vor Ort.

Mein fachlicher Gedanke nach dem Rundgang mit Sven Anacker: Für kommunale Verantwortliche lohnt es sich, Maschine, Anbaugeräte und Service gemeinsam zu betrachten. Die ausgestellte Straßenbautechnik erweitert diesen Blick. Für den eigenen Bauhof bleibt die entscheidende Frage, welche Aufgaben tatsächlich anstehen und wie sie sich verlässlich organisieren lassen.

Currywurst mit Sauce und Brot auf einem gelben Tisch mit Swecon-Unterlagen
Auch die Gastfreundschaft bleibt in Erinnerung: Currywurst und eine ausgesprochen charmante Betreuung durch das Swecon-Team gehörten zum Besuch in Bochum. Foto: Verlag Bruchmann

Quellen und Recherchegrundlage

Vor-Ort-Recherche und Fotos: Verlag Bruchmann, Bochum, 22.10.2026.

Ergänzend: Swecon-Presseinformation zur GaLaBau 2026; Swecon-Informationen zum Standort Bochum, zu Asphaltfertigern und Verdichtern; Volvo CE zum L25 Electric. Onlinequellen ohne ausgewiesenes Veröffentlichungsdatum, abgerufen am 22.10.2026.

FAQ

Was steht bei der Auswahl von Baumaschinen für kommunale Bauhöfe im Vordergrund?

Ausgangspunkt sind die eigenen Aufgaben. Dazu passen müssen unter anderem Abmessungen, Tragfähigkeit, Anbaugeräte, Bedienung sowie das Wartungs- und Servicekonzept.

Welche Rolle spielt die Straßenbautechnik für Kommunen?

Sie betrifft sowohl mögliche Eigenleistungen als auch Maßnahmen, für die Unternehmen beauftragt werden. Daraus ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die eigene Maschinenausstattung.

Worauf kommt es bei elektrischen Baumaschinen an?

Arbeitsprofil, Batteriekonfiguration, Ladeausstattung und verfügbare Ladezeiten müssen zusammenpassen. Laufzeit- und Ladeangaben sind mit ihren jeweiligen Bedingungen zu betrachten.

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