Nachverdichtung in Holz-Hybridbauweise schafft neuen Wohnraum im Bestand
Im Quartier an der Sodener Straße in Berlin-Wilmersdorf wird sichtbar, wie dringend benötigter Wohnraum im bestehenden Stadtgefüge entstehen kann. Für die Becker & Kries Grundstücks GmbH & Co. KG realisiert Brüninghoff sechs Wohngebäude mit 123 Wohnungen sowie ergänzenden Gewerbeflächen. Gerade in Ballungszentren wie Berlin sind Projekte dieser Art wichtig: Sie nutzen vorhandene Flächen, verdichten bestehende Quartiere und schaffen zusätzlichen Wohnraum dort, wo er gebraucht wird.
Das Richtfest am 15.07.2026 bot deshalb nicht nur Anlass für einen Blick auf den Projektstand, sondern auch für Wertschätzung gegenüber den Handwerkerinnen und Handwerkern auf der Baustelle. Ihr Einsatz zeigt sich inzwischen deutlich: Vier der sechs Häuser befinden sich bereits im Ausbau, bei zwei weiteren Gebäuden wird der Holzbau im Herbst finalisiert. Drei Häuser verfügen über eine geschlossene Hülle mit Fassade, Balkonen, Wärmedämmverbundsystem, Photovoltaikanlage und Dachbegrünung; an einem weiteren Haus laufen Fassaden- und Dämmarbeiten.
Dass dieser Fortschritt in einem innerstädtischen Umfeld möglich ist, hängt eng mit der gewählten Bauweise und einer präzisen Planung zusammen. Die Quartierserweiterung verbindet Massivbau mit modularer Holz-Hybridbauweise: Während die unteren Geschosse in Massivbauweise entstehen, kommen in den oberen Etagen Holzrahmenbauwände und Brettsperrholzdecken zum Einsatz. PLANSITE, die Planungsgesellschaft der Brüninghoff Group, übernahm die Leistungsphasen 3 bis 5 und koordinierte dabei die beteiligten Fachdisziplinen digital. Der hohe Vorfertigungsgrad unterstützt kurze, verlässliche Abläufe auf der Baustelle und trägt dazu bei, das bestehende Wohnumfeld weniger zu belasten. Brüninghoff bringt dabei Erfahrung in der Koordination komplexer Bauprozesse ein – von der Ausführung bis zur schlüsselfertigen Übergabe.
Parallel nimmt auch das Quartier als Ganzes weiter Form an. Die Arbeiten an den Außenanlagen haben begonnen, darunter Erdarbeiten auf der Tiefgarage und die Vorbereitung der Spielplatzflächen. Zudem läuft die Erschließung mit der Nahwärmeleitung. Vorgesehen sind Effizienzhaus-55-Standard, Photovoltaik, Gründächer sowie Treffpunkte und Grünflächen. So entsteht nicht nur zusätzliche Wohnfläche, sondern ein Quartier, das bestehende Strukturen ergänzt und neue Aufenthaltsqualität schafft.
FAQ
Was bedeutet Nachverdichtung im Städtebau?
Nachverdichtung bezeichnet die Schaffung zusätzlichen Wohn- oder Gewerberaums innerhalb bereits bestehender Siedlungsgebiete. Ziel ist es, vorhandene Flächen effizienter zu nutzen, ohne neue Baugebiete auf der grünen Wiese auszuweisen.
Was ist eine Holz-Hybridbauweise?
Bei der Holz-Hybridbauweise werden unterschiedliche Baustoffe wie Holz und Beton kombiniert. Häufig entstehen die unteren Geschosse in Massivbauweise, während in den oberen Etagen vorgefertigte Holzelemente zum Einsatz kommen. Dadurch lassen sich Bauzeit und Materialeinsatz optimieren.
Welche Vorteile bietet ein hoher Vorfertigungsgrad?
Industriell vorgefertigte Bauteile verkürzen die Bauzeit auf der Baustelle, reduzieren Witterungseinflüsse und können die Belastung für Anwohner durch kürzere Bauabläufe verringern.
Warum gewinnt Nachverdichtung in Großstädten an Bedeutung?
In Ballungsräumen sind freie Bauflächen knapp. Durch die Nachverdichtung bestehender Quartiere kann zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden, ohne neue Flächen am Stadtrand in Anspruch zu nehmen.
Welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen sind für das Berliner Quartier vorgesehen?
Nach Angaben des Projektteams sind unter anderem Photovoltaikanlagen, Dachbegrünungen, eine Nahwärmeversorgung sowie die Ausführung im Effizienzhaus-55-Standard vorgesehen.







