Bruchmann Insight: Lange Etappen und erste Ladeerfahrungen auf der Weltreise
900 Kilometer bis Wien, anschließend 911 Kilometer bis zum nächsten Ladestopp in Serbien: Tobias Wagner, bekannt als „Elektrotrucker“, berichtet in den ersten beiden Reisefolgen von langen Etappen mit seinem Mercedes-Benz eActros 600. Bei beiden Stopps konnte er öffentliche DC-Ladestationen nutzen. Damit liefert die am 20. September 2026 auf der IAA Transportation in Hannover gestartete Weltreise erste konkrete Erfahrungen zur Reichweite des Expeditionsfahrzeugs und zum Laden unterwegs.
Mein Beitrag https://verlagbruchmann.de/der-eactros-600-nimmt-seine-eigene-schnellladestation-mit/ erläuterte die technische Vorbereitung: Hinter dem Fahrerhaus fährt ein Alpitronic Hypercharger HYC50 mit. Er erweitert die Lademöglichkeiten, indem er Strom aus einem geeigneten externen Wechselstromanschluss für das DC-Laden des Fahrzeugs bereitstellt. Die ersten Reiseetappen zeigen nun, wie Wagner zunächst mit öffentlich zugänglichen Schnellladestationen vorankommt.
Die ersten beiden Ladeetappen im Überblick
Wagner nennt in den beiden Reisefolgen folgende Fahr- und Ladedaten:
| Merkmal | Erster Ladestopp | Zweiter Ladestopp |
|---|---|---|
| Ort | Wien, Österreich | An einer Mautstation in Serbien |
| Strecke seit der vorherigen Ladung | 900 Kilometer | 911 Kilometer |
| Angezeigter Ladezustand bei Ankunft | 1 Prozent | 5 Prozent |
| Berichtete Ladeleistung | Etwa 160 bis 170 kW | Zunächst 119 kW |
| Zeitangabe | Rund vier Stunden | Drei Stunden allein geladen, anschließend Leistung mit weiteren Fahrzeugen geteilt; keine genaue Gesamtdauer genannt |
Quelle: Tobias Wagner, Reisefolgen vom 27. September und 4. Oktober 2026.
Für die erste Etappe nennt Wagner einen Durchschnittsverbrauch von 63,9 kWh je 100 Kilometer. Daraus ergibt sich für die berichtete Strecke rechnerisch:
(900 km ÷ 100 km) × 63,9 kWh = 575,1 kWh
Die Rechnung ordnet den Energiebedarf der Fahrt ein. Die an einer Ladesäule nachgeladene Energiemenge wird zusätzlich unter anderem durch Ladeverluste beeinflusst.
Die beiden Etappen zeigen nach Wagners Angaben, dass er mit seinem Expeditionsfahrzeug große Entfernungen zwischen den Ladestopps zurücklegen konnte. Zugleich machen die unterschiedlichen Ladeleistungen deutlich, wie stark der jeweilige Standort die Dauer des Aufenthalts mitbestimmt.
Die Reichweite im Kontext des Expeditionsfahrzeugs
Die berichteten Strecken von 900 und 911 Kilometern sind Ergebnisse der konkreten Reiseetappen. Wagner fährt einen zum Expeditionsmobil umgebauten eActros 600 mit Wohnaufbau und Einzelbereifung. Diese Konfiguration unterscheidet sich von einer beladenen Sattelzugmaschine im gewerblichen Fernverkehr.
Mercedes-Benz Trucks nennt für den serienmäßigen eActros 600 rund 500 Kilometer ohne Zwischenladen. Die Angabe beruht auf internen Tests einer 4×2-Sattelzugmaschine mit 40 Tonnen Gesamtzuggewicht, nach Vorkonditionierung und bei 20 Grad Außentemperatur. Die installierte Batteriekapazität beträgt 621 kWh.
Beide Angaben beschreiben somit unterschiedliche Einsätze. Die Reise liefert Erfahrungen zur Reichweite des Expeditionsfahrzeugs; die Herstellerangabe bezieht sich auf den schweren Transportbetrieb. Für die Einordnung der jeweiligen Reichweite spielen unter anderem Fahrzeuggewicht, Geschwindigkeit, Streckenprofil und Wetter eine Rolle.

Öffentliche Ladepunkte ermöglichen die ersten Etappen
Bei den beiden dokumentierten Stopps konnte Wagner öffentliche DC-Ladestationen nutzen. In Wien berichtet er von etwa 160 bis 170 kW Ladeleistung und einem rund vierstündigen Aufenthalt. In Serbien nennt er zunächst 119 kW. Dort lud er nach eigener Aussage drei Stunden allein, bevor weitere Fahrzeuge hinzukamen und die Leistung geteilt wurde.
Den Lader in Serbien bezeichnet Wagner als ABB Terra 124. ABB nennt für diesen Ladestationstyp eine DC-Nennleistung von 120 kW und einen Ausgangsspannungsbereich von 150 bis 920 Volt. Der eActros 600 verfügt über eine 800-Volt-Architektur. Für die Auswahl geeigneter Ladepunkte sind deshalb sowohl die Leistung als auch der zum Fahrzeug passende Spannungsbereich relevant.
Nach Wagners Angaben war das Laden am besuchten Standort in Serbien für ihn kostenlos. Diese Kostenangabe bezieht sich auf den konkreten Ladevorgang zum Zeitpunkt seines Besuchs.
Aus redaktioneller Sicht liegt darin ein wesentlicher Erkenntnisgewinn: Die Reise zeigt an konkreten Standorten, welche vorhandenen Ladeangebote Wagner nutzen kann und welche Ladeleistungen er dort erreicht. Solche Erfahrungen helfen, die technischen Angaben einer Station mit ihrer Nutzung vor Ort zu verbinden.
Der mitgeführte Hypercharger erweitert die Möglichkeiten
Der hinter dem Fahrerhaus installierte Alpitronic Hypercharger HYC50 ergänzt die öffentlichen Ladeangebote. Bei den beiden ausgewerteten Stopps benötigte Wagner ihn nicht; in der zweiten Folge nennt er ihn als zusätzliche Ausweichmöglichkeit.
Sein Nutzen liegt darin, auch einen geeigneten externen Wechselstromanschluss für das DC-Laden des eActros verfügbar zu machen. Damit kann Wagner zusätzliche Standorte in Betracht ziehen, an denen eine passende Stromversorgung, aber keine öffentliche DC-Ladestation vorhanden ist.
Alpitronic nennt für den HYC50 bis zu 50 kW Ausgangsleistung und eine AC-Nennspannung von 400 Volt. Welche Ladeleistung im Reisefahrzeug tatsächlich erreichbar ist, hängt von der verfügbaren Einspeisung und der Installation ab. Die technischen Einzelheiten erläutert der vorangegangene Bruchmann Insight.
Für den weiteren Reiseverlauf wird interessant sein, an welchen Anschlüssen Wagner das Gerät nutzt und welche Leistungen und Ladezeiten sich dabei ergeben. Die Kombination aus öffentlichen DC-Ladestationen und der mitgeführten Ladeeinrichtung schafft dafür unterschiedliche Möglichkeiten.

Was die ersten Etappen für die Ladeplanung zeigen
Die ersten beiden Reisefolgen dokumentieren nach Wagners Angaben lange Fahrstrecken und erfolgreiche Ladevorgänge. Ihr praktischer Wert liegt auch in den Erfahrungen mit den jeweiligen Standorten: Welche Station passt zum Fahrzeug, welche Leistung steht zur Verfügung und wie lässt sich der Aufenthalt in die Reise einplanen?
Für kommunale Planer, Betreiber und Unternehmen ergeben sich daraus konkrete Prüfpunkte. Neben Spannung und Leistung gehören Zufahrt, Aufstellfläche, Kabelreichweite, Freischaltung und Aufenthaltsmöglichkeiten zur Planung eines nutzbaren Ladestandorts.
Eine Expeditionsreise bietet dabei andere zeitliche Spielräume als ein Fuhrpark mit festen Lieferterminen. Für den gewerblichen Betrieb müssen Ladezeiten, Kosten und Ausweichstandorte entsprechend in die Einsatzplanung einbezogen werden.
Das Projekt ist auf rund 45.000 Kilometer durch etwa 30 Länder und höchstens 80 Ladestopps angelegt. Die ersten Etappen bilden einen gelungenen Auftakt: Wagner konnte nach seinen Angaben zwei lange Strecken bewältigen und an beiden Zielorten öffentliche Ladeangebote nutzen. Im weiteren Verlauf kann die Reise zusätzliche Erfahrungen dazu liefern, wie sich Fahrzeug, Ladeplanung und unterschiedliche Stromversorgungen in der Praxis ergänzen.
Autor: Matthias F. Bruchmann
FAQ: Wie weit fuhr Tobias Wagner zwischen den ersten Ladestopps?
Er berichtet von 900 Kilometern bis Wien und weiteren 911 Kilometern bis zum zweiten Stopp in Serbien. Die Angaben betreffen sein Expeditionsfahrzeug und die jeweiligen Reisebedingungen.
FAQ: Welche Ladeangebote nutzte Wagner bei den ersten Stopps?
Bei beiden ausgewerteten Stopps nutzte er öffentliche DC-Ladestationen. Er nennt etwa 160 bis 170 kW in Wien und zunächst 119 kW in Serbien.
FAQ: Welche Aufgabe hat die mitgeführte Ladestation?
Der Alpitronic Hypercharger HYC50 ermöglicht das DC-Laden aus einem geeigneten externen Wechselstromanschluss. Er ergänzt damit die öffentlichen Ladeangebote. Bei den beiden ausgewerteten Stopps kam er nicht zum Einsatz.
FAQ: Worauf kommt es bei einem geeigneten Ladepunkt an?
Steckertyp, Ausgangsspannung und Ladeleistung müssen zum Fahrzeug passen. Für die Nutzung sind außerdem Zufahrt, Aufstellfläche, Kabelreichweite und Freischaltung relevant.Quellenbasis
Quellenbasis
Tobias Wagner / Elektrotrucker, 27. September 2026: Erste Reisefolge.
Video mit Einstieg bei 1:06:25:
https://www.youtube.com/watch?v=LSihEWeOCDQ&t=3985s
Weitere relevante Stellen: ab 1:07:26 Ladezustand, ab 1:08:06 Ladeleistung und Dauer.
Tobias Wagner / Elektrotrucker, 4. Oktober 2026: Zweite Reisefolge.
Video mit Einstieg bei 1:13:01:
https://www.youtube.com/watch?v=5OtZRq_C8qw&t=4381s
Weitere relevante Stellen: ab 1:13:24 Ladetechnik, ab 1:15:19 Kosten, ab 1:16:32 Leistungsteilung.
IAA Transportation, Rückblick auf den 20. September 2026: Bestätigung des Reisestarts.
https://www.iaa-transportation.com/de/newsroom/highlights-2026/day-6
Daimler Truck AG, 18. September 2026: Reiseplanung und Fahrzeugumbau.
https://www.daimlertruck.com/en/newsroom/pressrelease/from-hanover-around-the-world-elektrotrucker-tobias-wagner-starts-global-eactros-600-expedition-53604128
Daimler Truck AG, 13. Mai 2025: Technische Angaben und Bedingungen der Herstellerreichweite.
https://www.daimlertruck.com/newsroom/pressemitteilung/mercedes-benz-trucks-baut-portfolio-an-batterieelektrischen-lkw-auf-basis-des-eactros-600-aus-53071802
ABB, technische Broschüre, November 2020: Typbezogene Spezifikation der Terra 124.
https://library.e.abb.com/public/6622f4b6478e4ce0b58ab709b5a8128b/9AKK107680A7947_Rev_C_Terra%2094_124_184_DE_Broschuere_112020.pdf
Alpitronic, undatierte Produktseite, abgerufen am 8. Oktober 2026: Hypercharger HYC50.
https://www.alpitronic.it/de/hypercharger/hyc-50/
Die Auswertung der Reisefolgen basiert auf den automatisch erzeugten deutschen YouTube-Transkripten. Fahr- und Ladedaten werden nach Angaben von Tobias Wagner wiedergegeben; eine unabhängige Messprüfung erfolgte nicht.







